Die KPM Atelier Edition

    Das Archiv der Porzellan-Manufaktur birgt unzählige, teils vergessen geglaubte Schätze aus der Geschichte des Unternehmens. Durch die stetige Pflege der dort gelagerten, historischen Formen und Muster sowie die Erweiterung der Sammlung durch Stücke aus Auktionen und privater Hand ergibt sich ein umfangreiches Bild über die Geschichte des KPM-Porzellans und seiner Schöpfer. Mit der Öffnung des Archivs und der Neuauflage einzelner Klassiker in historischen Editionen exklusiver Limitierung, erhalten Kenner und Liebhaber der Manufaktur Einblicke in ihre Geschichte und die ihrer kreativen Köpfe und Gestalter.

    Mit der limitierten Atelier Edition revitalisiert die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin in diesem Jahr vier historisch dekorierte Vasenklassiker des KPM-Archivs: Die durch die Diversität der Handmalerei inspirierte Edition, verschafft den Vasenformen HALLE von Marguerite Friedlaender-Wildenhain, STAUDE von Trude Petri und MARI von Enzo Mari nun eine neue Gestalt. Darüber hinaus überrascht die Vase KRUKENFORM, die ursprünglich ebenfalls von Trude Petri entwickelt wurde, in der Atelier Edition mit einem neuen, durch die heutige Malereiarbeit der KPM Berlin gestalteten Design. Um dies zu ermöglichen, haben sich die Meistermaler der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin in die einstigen Techniken eingearbeitet, Ursprungsentwürfe studiert und ihnen durch ihre Expertise und große Leidenschaft zu neuer Blüte verholfen. Mit der Neuauflage der Vasen schlägt die Manufaktur die Brücke zwischen Tradition und Moderne und erfüllt darüber hinaus die stetig an sie herangetragenen Wünsche von Porzellanliebhabern, Kunstinteressierten, Sammlern und Kunden, die historischen Klassiker wieder aufleben zu lassen.

    Bild rechts: Im hauseigenen Gewächshaus ließen sich die Meistermaler der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin bereits um 1887 bei Naturstudien für ihre Arbeiten inspirieren.

    FORMEN & GESTALTER DER KPM BERLIN

    Marguerite Friedlaender-Wildenhain, 1896 – 1985

    Gestalterin
    Seit 1919 ursprünglich am Staatlichen Bauhaus Weimar tätig, ebnete die Position als Leiterin der Keramikwerkstatt der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle ab 1929 den kreativen Werdegang Marguerite Friedlaender-Wildenhains. Mit Günther von Pechmann als beständigen Unterstützer der gestalterischen Entwicklung der Manufaktur, markieren die 1930er Jahre eine wegweisende, intensive Schaffensphase, die die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin nd Friedlaender zusammenbrachte. In dieser Zusammenarbeit entstanden Entwürfe, die zu absoluten KPM-Klassikern avancierten. Die Vasen-Serie HALLE begeistert durch ihr für die Bauhaus-Zeit typisches, funktional-ästhetisches Design, das auch heute höchste Aktualität beweist.

    Trude Petri, 1906 – 1998

    Gestalterin

    Trude Petri wurde als Absolventin der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin erstmals im Alter von 23 Jahren durch den damaligen Direktor der Königlichen Porzellan-
    Manufaktur Berlin, Günther von Pechmann, für die KPM Berlin beauftragt. Die Porzellangestalterin arbeitete bis 1947 für die KPM Berlin an Entwürfen im Stil der Neuen Sachlichkeit. Im Jahr 1931 entwarf sie das damals bahnbrechende, vom Bauhaus-Gedanken inspirierte Service URBINO, welches heute auch im Museum of Modern Art (MoMa) in New York zu bestaunen ist.

    Enzo Mari, 1932

    Gestalter
    Der Mailänder Enzo Mari gilt als einer der einflussreichsten internationalen Designer der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine zwischen 1993 und 1996 entstandenen Entwürfe für die
    Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin begeistern durch ihre charakteristische Klarheit und zählen heute zu ihren Klassikern. Die theoretische Auseinandersetzung mit Fragen der visuellen Wahrnehmung und eine strikte Essentialität prägen seine unverkennbaren Arbeiten, so auch die MARI Vase.

    Sigrid von Unruh, 1918 – 1997

    Meistermalerin
    Sigrid von Unruh besuchte von 1935 bis 1936 die Kunstgewerbeschule in Berlin. Ein im Anschluss absolviertes vierjähriges Volontariat im Entwurfsatelier der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin brachte sie zu dem Entschluss, den Berufsweg der Porzellanmalerin einzuschlagen. Ab dem Jahr 1943 arbeitete sie gemeinsam mit Luise Charlotte Koch als technische Zeichnerin in der Modellwerkstatt am damaligen Manufaktur-Standort in Selb, an den die Produktion nach der Bombardierung der Gebäude am Berliner Tiergarten vorübergehend verlagert worden war. Ab 1954 zog sie zurück in die Malerei der KPM nach Berlin, in der sie ein Jahr später erste Malereidekore entwarf. Von 1955 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1973 arbeitete sie an immer neuen Entwürfen am Ursprungsstandort in Berlin Tiergarten.

    DIE MEISTERMALEREI DER KÖNIGLICHEN PORZELLAN-MANUFAKTUR BERLIN

    Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin steht für luxuriöses Porzellan der höchsten Qualität, welches im historischen KPM-Quartier in Berlin Charlottenburg von Hand gefertigt und mit feinsten Malereidekoren individuell veredelt wird. Derzeit beschäftigt die Manufaktur mehr als 30 Malerinnen und Maler mit definierten Spezialisierungen – besonders die naturalistischen Blumenmalereien und umfassenden Individualisierungen sind charakteristisch für die KPM Berlin. Wie Watteau-Szenen, Landschaften, Figuren und Gebäude werden auch diese frei Hand auf das Porzellan gezeichnet, was großes künstlerisches Geschick und jahrelange Erfahrung erfordert. Durch die freie Interpretation der Vorlage durch den Maler wird jedes dekorierte Objekt zu einem besonderen Unikat. Auch die traditionelle Dekormalerei und Vergoldung mit 24-karätigem Gold gehören zum Repertoire der Manufaktur. Seit 1832 wird die Handmalerei mit dem Reichsapfel als exklusive Malereimarke und der handgeschriebenen Signatur des Malers gekennzeichnet, wodurch jedes Stück auf seinen Maler zurückgeführt werden kann. Die Aufnahme der Handwerkskunst als Immaterielles Kulturerbe durch das Expertenkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission im Jahr 2016 soll das Bewusstsein für die Bedeutung kultureller Güter stärken und die Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen Deutschlands langfristig sichtbar machen. Darüber hinaus bildet die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin auch heute noch im eigenen Hause Meistermaler aus, um den Beruf des Porzellanmalers auch weiterhin zu erhalten und einen eigenen Beitrag zum Erhalt des Kulturgutes zu leisten.

    Astrid Schulz
    Susanne Bauch-Markowski
    Anette Reimann
    Heike Markowski

    DIE MALEREI-DEKORE DER ATELIER EDITION

    Auch die in der Atelier Edition neu aufgelegten Vasen-Klassiker der KPM Berlin erfahren durch ihre künstlerische Bemalung eine Renaissance. Die beiden Vasen STAUDE und HALLE erhielten in der limitierten Edition beide den Dekor BLOCKSTREIFEN und ergeben so ein stimmiges Paar. Ursprünglich erdacht wurde der Dekor mit den markanten Streifen von der aus Berlin stammenden Designerin und Porzellanmalerin Siegrid von Unruh. Getrieben von kreativer Experimentierfreude entstand ein innovativer Malereidekor, der durch seine klare Linienführung und dekorative Abstraktion in den Farben Türkis, Rosenholz, Gold und Schwarz die Malerei der damaligen Zeit revolutionierte.

    Bodenvase KRUKENFORM im Dekor Blätter, Atelier Edition
    Vase, MARI, im Schatten-Dekor, Atelier Edition
    Bodenvase KRUKENFORM im Dekor Tropfen, Atelier Edition
    Vase, HALLE 1 im Blockstreifen Dekor, Atelier Edition
    Bodenvase KRUKENFORM im Blauen Dekor, Atelier Edition

    Der in Schablonentechnik erzeugte Dekor der MARI Vase in braunschwarzer Farbe und der
    haptisch erlebbare Dekor der Vase HALLE aus blau-weißen Glasurpunkten stellen diese beiden Exemplare in Kontrast zu den übrigen Objekten der exklusiv limitierten Edition.

    Eine weitere Besonderheit der Edition, die sich von den anderen Vasen explizit abhebt, ist die KRUKENFORM. Anders als bei den übrigen Vasen der Edition handelt es sich nicht um die Neuauflage eines historischen Dekors, sondern um einen exotischen Malereidekor. Erarbeitet wurde dieser von Annette Reimann, Meistermalerin der KPM Berlin, die sich für die natürliche Entlehnung heute von Flora und Fauna inspirieren ließ.

    Bodenvase KRUKENFORM im Dekor Blätter, Atelier Edition
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    Bodenvase KRUKENFORM im Dekor Tropfen, Atelier Edition
    Vase, MARI, im Schatten-Dekor, Atelier Edition
    Vase HALLE 2 im Punkte-Dekor, Atelier Edition
    Bodenvase, STAUDE im Dekor Blockstreifen, Atelier Edition
    Atelier Edition