Der KPM Stempel und seine Geschichte

    Manche Dinge sind einfach da. Sie sind so selbstverständlich, dass man sich noch nie gefragt hat, wo sie eigentlich herkommen oder was sie bedeuten. Dabei können sie spannende Geschichten erzählen. So wie unser Markenzeichen! Das kobaltblaue Zepter hat nämlich eine bewegte Vergangenheit...

    Als Friedrich der Große vor genau 255 Jahren die Manufaktur vom Berliner Kaufmann Johann Ernst Gotzkowsky abkaufte, hat er dem Porzellan buchstäblich seinen Stempel aufgedrückt. Seither ist die Zeptermarke aus dem kurfürstlich-brandenburgischen Wappen auf fast allen KPM Produkten zu finden – jedenfalls jenen, die die strengen Qualitätsanforderungen bestehen. Wenn das Porzellan-Stück nach dem Verglühbrand der Prüfung standhält, wird das Zepter mit blauer Unterglasurfarbe auf das Porzellan aufgetragen. Erst danach wird es glasiert und ein weiteres Mal gebrannt, wobei sich die Kobaltfarbe untrennbar mit der Glasur verbindet. Dadurch zeigt sich nicht nur die Herkunft – das Porzellanteil ist damit auch fälschungssicher!

    Zurück zum Anfang

    Ein Blick in die verschiedenen Epochen zeigt, dass sich das KPM Markenzeichen oft verändert hat. Die kleinen Abweichungen der Anfangszeit liegen vor allem an den Lehrlingen, die das Signet mit einem Pinsel aufgetragen hatten – da hatte natürlich noch nicht jeder das gleiche ruhige Händchen. Und als Mitte des 19. Jahrhunderts eine Nachahmungs-Welle einsetze, erinnerte man mit dem preußischen Adler an die königliche Autorität. Mittlerweile ist das Königreich passé und es gibt Markenschutzgesetze. Mit der Anlehnung an seine ursprüngliche Form trägt der aktuelle KPM Stempel seine traditionsreiche Herkunft aber in sich – und erzählt denen davon, die danach fragen!

    Malereimarken

    Seit 1803 wird dekoriertes Porzellan zusätzlich mit einer Malereimarke gekennzeichnet. Heute wird dieser Stempel in Form eines Reichsapfels meist neben das Zepter gesetzt. Abhängig von der Art der Dekoration, wird das Malereisignet in verschiedenen Farben aufgetragen.

    Rot: Ein roter Reichsapfelkennzeichnet die Porzellane, die mit Blumenmalereien versehen sind. Aber auch farbig staffierte Figuren und Landschaftsmalereien erhalten den roten Stempel.

    Grün: Wenn Porzellanstücke ohne Blumenmalerei dekoriert werden, bspw.mit einem Gold- oder Platinrand, Farbdekoren oder Monogrammen, wird der Reichsapfel in grüner Farbe gestempelt.

    Blau: Ein Reichsapfel in Blau deutet auf Dekore hin, die mit Scharffeuerfarben ausgeführt wurden. Diese Farben werden bei einer sehr hohen Temperatur gebrannt, sinken in die Glasur ein und sind spülmaschinenfest.

    Schwarz: Druckdekore, die die KPM mitunter in kleinen Auflagen mittels einer Lithographie als Vorlage für den keramischen Siebdruck herstellt, werden mit einem schwarzen Reichsapfel gekennzeichnet.

    Malerzeichen

    In der KPM werden fast alle Dekore von Hand gemalt. Die Porzellanmaler können die Motive – wie Blumen oder Landschaften – innerhalb der Vorgaben des jeweiligen Dekors frei interpretieren. Am Ende setzt der Maler seine Signatur auf den Standring des von ihm dekorierten Porzellanteils. Sie weist die Malerei als Unikat aus. Jeder Maler hat sein persönliches Signet. Zusätzlich kennzeichnen Ziffern die unterschiedlichen Malereidekore. Sonderdekore tragen die Ziffer 99.

    Ausnahmen

    Daneben gibt es einige wenige Ausnahmen von den oben benannten Prinzipien. So erhalten bemalte MARI Vasen, kleine Tierfiguren und Buddy-Bären keinen Malereistempel. Besteckgriffe und Schmuckplatten, deren Unterseite nicht glasiert ist, werden ebenfalls nur mit dem Zepter gekennzeichnet. Monogramme, die aus Blumen bestehen, erhalten ebenfalls den roten Reichsapfel. Löffel erhalten aus ästhetischen Gründen weder Zepter noch Malereimarke oder Malerzeichen.

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