Wie unsere Kurland-Kollektion zu ihrem Namen kam

    Diese Kollektion verkörpert die KPM wie keine andere. Mit seinen rund 70 Teilen ist KURLAND eines der umfangreichsten Service der Manufaktur. Und die Familie bekommt stetig Zuwachs. Ob sich Peter von Biron hat ausmalen können, dass das Dekor des nach ihm benannten Porzellan-Services einen It-Gegenstand des 21. Jahrhunderts zieren würde? Wir verraten Ihnen, was der Herzog von Kurland mit Coffee-to-Go zu tun hat!

    Er war es nämlich, der der Königlichen Porzellan-Manufaktur 1790 den Auftrag für ein Tafelservice gab. Anlass war der Bezug seines neuen Wohnsitzes: das Schloss Friedrichsfelde im Osten Berlins. Dorthin ist er, 55-jährig, aus seinem weit entfernt im Baltikum gelegenen Herzogtum Kurland gezogen. An seiner Seite seine frisch angetraute dritte Ehefrau. Die erst 18 Jahre junge Dorothea von Medem stammte aus einer angesehenen kurländischen Familie und sie sollte ihm nicht nur endlich einen offiziellen Erben schenken, sondern auch seinen Stand sichern.

    Im Bett geadelt

    Denn in Kurland war man mit dem Herzog nicht allzu einverstanden – und die Gründe dafür sind pikant: Zu seinem Titel kam Peter von Biron zwar durch Geburt, sein Vater aber war nur ein kurländischer Hofbeamter, der sich offenbar auf mehr als das Beamtentum verstand. Jedenfalls gefiel er der russischen Zarin Anna Iwanowna derart, dass sie ihren Liebhaber kurzerhand zum Herzog ernannte. Und so hatte der neureiche Sohn keinen leichten Start, als er 1769 dessen Nachfolge antrat. Wenig hilfreich für Ehre und Ansehen war dann auch noch der Lebenswandel des Erben: Drei uneheliche Kinder und zwei gescheiterte Ehen – darüber konnte man damals nur die Nase rümpfen.

    Gekommen, um zu bleiben

    Es verwundert jedenfalls nicht, dass der Herzog von Kurland die Gelegenheit ergriff und mit seiner jungen Gemahlin nach Berlin reiste, um Friedrich dem Großen seine Aufwartung zu machen. Eigentlich hatten die Brüder Dorotheas das Schloss Friedrichsfelde nur vorübergehend gemietet, aber dem kurländischen Herzogenpaar gefiel es so gut, dass sie es kurzerhand kauften. Und was gehört zu einer neuen Einrichtung? Natürlich: ein angemessenes Tafelservice. Das sollte selbstverständlich das modernste, prächtigste und neueste sein, weswegen Peter von Biron es bei der KPM in Auftrag gab.

    Auch heute noch wird jedes Stück Kurland in traditioneller Handarbeit hergestellt.

    Der Rest ist nicht nur Geschichte

    So begann die Erfolgsgeschichte des KURLAND-Services, das zunächst noch “Service mit antiquer Kanthe” genannt wurde. Gemäß dem Geist der Zeit, sich kulturell wie künstlerisch mit der Antike zu beschäftigen, entwarf der KPM-Modellmeister Karl Friedrich Riese ein Service, dessen symmetrische, fast schon strenge Formen durch eine dezente Bordüre spielerisch zurückgenommen wurden. Eine Hommage an die Welt des Altertums. Im Ergebnis drückt sich die Stilepoche des Klassizismus aus, der mit seinem Fokus auf harmonische Proportionen die üppige Verspieltheit des Rokoko ablöste. Konische und geradlinige Formen und kantige Henkel “à la grecque” stehen zusammen mit zarten Reliefbordüren für den Beginn einer neuen Zeit!

    Bis heute wurde und wird KURLAND ununterbrochen in unserer Manufaktur produziert. Mit seiner klaren Formensprache hat das Service über die Zeiten hinweg eine Anziehungskraft behalten – immerhin rund 230 Jahre. Das jüngste Beispiel ist der neue Coffee-to-Go-Becher der KPM: hier wirkt das Dekor frisch und modern wie am ersten Tag. KURLAND ist also nicht nur Vergangenheit, sondern genauso Gegenwart – und ganz bestimmt auch Zukunft.

    Entdecken Sie jetzt die Kurland-Kollektion 

    Diese Beiträge könnten Sie auch noch interessieren