Der königliche Weinberg und seine Geschichte

    Pfirsiche und Aprikosen für den Preußenkönig. Hätten Sie gedacht, dass die aus Potsdam kamen? Der königliche Weinberg auf dem Südhang des Klausbergs war einstmals Teil der Nutzgärten des Königs. Heute werden sie dank eines tollen Projekts wieder bewirtschaftet. Wessen Engagement wir das zu verdanken haben, erfahren Sie hier!

    Vom Rebstock zum Weinberg

    Als Gestalter und Einflussnehmer war Friedrich II den schönen Dingen des Lebens sehr zugewandt. Er hat nicht nur die KPM gegründet, sondern sich ebenso den kulinarischen Genüssen verschrieben. Deshalb sollte auch, nachdem das prachtvolle Neue Palais 1769 in seinem Auftrag fertiggestellt wurde, die direkte Umgebung gärtnerisch aufgewertet werden. Er ließ deshalb auf dem nahegelegenen Klausberg eine kleine Fläche eigens für die Obstzucht, insbesondere aber für den Weinbau eingrenzen. 

    Von dem dort gebotenen Panorama auf das Potsdamer Schloss war er derart begeistert, dass er den Bau des Belvederes, der “schönen Aussicht”, befahl – nicht zu verwechseln mit dem weitaus größeren Aussichtsgebäudes auf dem Pfingstberg. Mit der Zeit wurden die Anbauflächen vergrößert und modernisiert, Gewächshäuser errichtet und die ganze Anlage war schließlich so ertragreich, dass sie unter Wilhelm II. ganzjährig den königlichen Hof mit Obst versorgten

    Zerstörung und Wiederaufbau

    Nach der Abdankung des Kaisers und dem Ende der Monarchie verloren die Nutzgärten ihre ursprüngliche Bestimmung, so dass man im Rahmen des Kulturerhalts der gesamten Parkanlage dort eher Zierpflanzen und Blumen züchtete. Schließlich hat der Zweite Weltkrieg den königlichen Weinberg endgültig ruiniert. Das Belvedere auf dem Klausberg wurde durch Artilleriebeschuss zerstört und brannte vollständig aus. Der Park Sanssouci und der daran anschließende Garten fielen anschließend unter die Kontrolle der Roten Armee und waren für die Öffentlichkeit lange nicht mehr zugänglich.

    Erst nach der Wiedervereinigung 1989 hatte man wieder einen Blick für die Wiederherstellung des Weinbergs. Nachdem das Aussichtsgebäude Ende der Neunziger Jahre restauriert wurde, gab es erste Überlegungen, auch den Weinberg zu rekultivieren. Und genau daran arbeiten seit 2006 die Mosaik-Berlin GmbH gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. So entstand in den vergangenen Jahren ein viel beachtetes Inklusionsprojekt, an dem Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten. 

    Auf den Spuren Friedrichs des Großen 

    Aufmerksamkeit bekommt der Weinberg durch zahlreiche Aktionen. Ganz Besonderes leistet dabei aber das jährlich stattfindende Königliche Weinfest. Dafür reisen Winzer aus allen deutschen Anbaugebieten nach Potsdam und präsentieren ihre edlen Tropfen. Wenn auch Sie diese einmalige Atmosphäre erleben wollen, haben Sie am 10. und 11. Juli 2020 die Gelegenheit dazu, auf den Pfaden Friedrichs des Großen zu wandeln und seinem Weinberg zu neuem Glanz zu verhelfen. Denn der Erlös dieses Festes kommt dem Wiederaufbau des Weinberges und der dortigen Arbeit für Menschen mit Behinderungen zugute. Eine echte Win-win-Situation, finden wir!

    Nähere Informationen zum Projekt Königlicher Weinberg bzw. dem Königlichen Weinfest finden Sie unter: www.koeniglicher-weinberg.de

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