Erzählen Sie doch mal, Herr Stolpmann

    Hagen Stolpmann ist einer unserer Meistermaler in der Manufaktur. Für die aktuelle "Durch den Tag"-Kampagne haben wir ihn gebeten den perfekten Tag mit KPM-Porzellan zu skizzieren. Wir haben ein paar Eindrücke beim Entstehen der Skizzen gesammelt und ihn gefragt, warum sein Job des Porzellanmalers so besonders ist.
    Selbstporträt von Hagen Stolpmann

    Herr Stolpmann, was bedeutet es für Sie für die KPM Berlin zu arbeiten?

    Es ist schön in einer so geschichtsträchtigen, traditionellen und angesehenen Firma zu arbeiten, wo Handarbeit und Qualität das Aushängeschild sind. Die Handmalerei macht jedes bemalte Stück zum Unikat und somit zu etwas Besonderem.

    Auch die Arbeit mit den Mitarbeitern ist sehr angenehm und die Räumlichkeiten der Manufaktur haben eine ganz besondere Atmosphäre.

    Hat sich Ihre Arbeit im Laufe der Zeit verändert?

    Früher hatten wir Akkordarbeit und sehr einseitige Aufgabenbereiche. Das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Der Akkord wurde schon vor längerer Zeit abgeschafft. Das Aufgabengebiet ist vielseitiger, anspruchsvoller und dadurch auch abwechslungsreicher geworden. Je nach Spezialisation kann jeder seine Ideen und sein Können einbringen und neue Produkte mit entwickeln.

    Auch wurden in den letzten Jahren viele, sehr hochwertige und anspruchsvolle Stücke gefertigt, die man bisher nur aus Museen kannte.

    Meistermaler Hagen Stolpmann bei der Arbeit – Hier bei der Entstehung der "Durch den Tag mit KPM Berlin"-Skizzen

    Welches Stück, an dem Sie gearbeitet haben, macht Sie besonders stolz?

    Auf alle Fälle die Serie der Rosettenhenkelvasen mit Berliner Stadtansichten in impressionistischer Malweise. Da sich die Bildansichten um die gesamte Vase gruppieren, benötigen die Kompositionen und die Persepektiveinhaltung schon ein großes Können. Das Gesamtbild der Vasen, die ich für den taiwanischen Markt entworfen habe, machen mich schon stolz.

    Ein weiteres Highlight sind die Atriumvasen mit der Orchideenmalerei. Auch hier ist ein kompositorisches Können sehr wichtig, da die Malerei die gesamte Vase einnimmt und der Schwung der Blüten und Blätter schon fast ins Dreidimensionale geht.

    Vervollständigen Sie bitte den Satz "Porzellan bemalen kann nicht jeder, weil...

    ...allein das Anmischen der Farben und die Anwendung der Öle ein langes Lernen benötigt. Das Auftragen der Farben auf das Porzellan ist bei einfachen Motiven mit viel Mühe vielleicht noch möglich, aber um komplexere Motive zu malen, kommt man ohne lange Erfahrung und künstlerisches Feingefühl nicht weit.

    Was ist Ihr Lieblingsstück der KPM Berlin?

    Ein direktes Lieblingsstück habe ich eigentlich nicht, da die KPM Berlin so viele schöne Formen herausgebracht hat und ständig neue Stücke dazu kommen, dass es mir schwer fällt mich zu entscheiden.

    Aber um ein Stück zu nennen, finde ich die Vase HALLE sehr schön, weil sie zeitlos und sehr funktionell ist und man sie in jeden Einrichtungsstil integrieren kann.

    Würden Sie sagen in Ihrem Beruf überwiegt das Handwerk oder die Kunst?

    Das Handwerk steht natürlich an erster Stelle, aber die Kunst nimmt seit einiger Zeit immer mehr Platz ein. Durch freieres Arbeiten kommt das Künstlerische immer öfter zur Geltung. Vielleicht könnte man sagen, je nach Aufgabenbereich steht die Malerei zwischen Handwerk und Kunst.

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