So war das erste Bauhaus Dinner in Halle

    2019 findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt. Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und bestand, inklusive Umzügen nach Dessau und Berlin, nur 14 Jahre. Dennoch wirkt die legendäre Hochschule für Gestaltung bis in die Gegenwart fort. Am vergangenen Dienstag, den 4. Dezember 2018, wurde zum Auftakt des 100-jährigen Bauhaus Jubiläums der erste Bauhaus Abend in Halle an der Saale veranstaltet. Gewidmet wurde der Abend Marguerite Friedlaender, die auch heute noch eine große Rolle für KPM Berlin spielt.

    Zum 100. Jubiläum der Gründung des Bauhauses veranstaltet die Kunststiftung Sachsen-Anhalt an mehreren signifikanten Orten in Deutschland verschiedene Bauhaus Dinner. Ziel der Reihe mit Vorträgen, Lesungen und Musik sei ein gemeinschaftliches Gedenken "an das Werk von Bauhäuslerinnen und Bauhäuslern", sagt Stiftungsdirektorin Manon Bursian.

    Den Auftakt der Dinner-Serie machte am 4. Dezember die Bauhaus-Stadt Halle. Es ist die Stadt der Künstler Lyonel Feininger und Gerhard Marcks, des Möbelgestalters Erich Dieckmann und des Architekten Erich Consemüller, der Weberin Benita Koch-Otte und der Keramikerin Marguerite Friedlaender.

    Hier entstand die Idee, im Jubiläumsjahr des Bauhauses landesweit Abendgesellschaften zu veranstalten, die der wichtigsten Schule für Gestaltung des 20. Jahrhunderts gewidmet sind. An einer festlichen wie kreativen Geburtstagstafel trafen sich in Halle Eingeweihte und Interessierte, Wissende und Neugierige, Liebhaber und Experten, um über das Bauhaus zu hören und zu sprechen.   

    KPM Berlin zum Bauhaus Dinner in Halle
    Auch Bernd Lietke, Geschäftsführer der KPM Berlin, sprach inspirierende Worte zum ersten Bauhaus Abend in Halle

    Neben der Firma THONET – bekannt für seinen Stahlrohrfreischwinger S 43 nach einem Design von Mart Stam – sorgte auch die KPM Berlin mit Bauhaus-inspiriertem Porzellan für den stilvollen Rahmen des Abends.

    Marguerite Friedlaender, Halle und die KPM Berlin

    Gewidmet wurde das erste Bauhaus Dinner Marguerite Friedlaender-Wildenhain, die im Oktober 1919 ins Bauhaus Weimar eingetreten war und ein Jahr später einen Lehrvertrag für die Dornburger Töpferei erhielt. 1925 wechselte sie mit Gerhard Marcks an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein nach Halle, wo sie als erste Frau in solch einer Position, die keramische Werkstatt leitete.

    Seit 1929 arbeitete sie für die KPM Berlin – damals: Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin. In enger Gemeinschaftsarbeit mit der KPM änderte Friedlaender ihre Modelle und passte sie den Produktionsbedingungen für die serielle Herstellung an. Ihre Arbeit war wegweisend für die gesamte deutsche Porzellanindustrie.

    Von den Nationalsozialisten entlassen, emigrierte sie mit ihrem Mann Franz Rudolf Wildenhain erst in die Niederlande und dann in die Vereinigten Staaten. Mit Gerhard Marcks blieb sie bis zu Ihrem Tod 1985 befreundet, die Bauhauszeit und Halle vergaß sie nie. Ihre Vase nach Hallescher Form gehört noch heute zu den Klassikern der KPM Berlin.

    Das nächste Bauhaus Dinner soll im März 2019 im Kunstgewerbemuseum Berlin stattfinden.

    Bilder: Matthias Ritzmann

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