Manufaktureinblick – Erzählen Sie doch mal, Frau Schulz

    Astrid Schulz bemalt seit 34 Jahren Porzellane in der Königlichen Porzellan-Manufaktur. Jeder unserer Maler hat ein Spezialgebiet – so schreibt Frau Schulz Namenszüge und Monogramme auf Ihr Lieblingsporzellan. Warum sie ihren Beruf so gerne ausführt, erzählt sie im Interview.

    Was bedeutet es für Sie, für die KPM Berlin zu arbeiten?

    Es bedeutet sehr viel für mich für die KPM Berlin zu arbeiten, da ich so mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Deswegen kann ich stolz behaupten, dass ich seit 34 Jahren gerne zur Arbeit gehe.

    Was macht Ihnen an Ihrem Beruf besonders viel Spaß?

    Ich liebe an meinem Beruf die Vielseitigkeit – so zum Beispiel die Entwicklung neuer Dekorationen und Gestaltungstechniken. Ich schätze sehr, dass ich die Freiheit habe mich kreativ durch meinen Beruf zu entfalten. Die Porzellan-Malerei stellt mich jeden Tag aufs Neue vor neue Herausforderungen.

    Wie können wir uns einen Ihrer typischen Arbeitstage vorstellen?

    Eigentlich ist kein Tag wie der andere – und das ist auch schön so. Jetzt vor Weihnachten gibt es viele Anfragen zu KPM Individuell, welche ich tagtäglich bearbeite. Das bedeutet jeder Auftrag muss schnell und sauber geschrieben werden. Die große Herausforderung dabei ist es Monogramme mit kurzen Lieferzeiten genau so präzise und sauber zu schreiben wie andere.

    Astrid Schulz bei der Arbeit

    Und Sie bemalen wirklich jedes einzelne Stück von Hand? Wie viel Zeit benötigen Sie denn für ein Monogramm?

    Ja, jedes Monogramm und jeder Schriftzug wird von Hand mit Feder und speziell angespachtelter Farbe auf die Porzellane geschrieben. Ich beginne damit den Schriftzug mit einem so genannten All Stift vorzuzeichnen und zeichne dann mit Farbe nach – je nach Schriftart dauert das 20 bis 30 Minuten. Der Schriftzug wird dann über Nacht für 6 bis 8 Stunden im Muffelofen bei ca. 830°C gebrannt.

    Porzellane bemalen kann nicht jeder, weil...

    Um ein guter Porzellanmaler zu werden, braucht es ungefähr 10 Jahre, um genügend Erfahrung zu sammeln. Außerdem muss man gestalterische Fähigkeit und ein gewisses künstlerisches Talent mitbringen.

    Überwiegt in Ihrem Beruf das Handwerk oder die Kunst?

    Größtenteils überwiegt das Handwerk, also wenn ich bestehende Produkte vervielfältige. Wenn ich mir aber neue Dekore überlege, kommt mehr die Kunst zum Vorschein.

    Gibt es ein Stück, an dem Sie gearbeitet haben, auf das Sie besonders stolz sind? Was gab es dabei für Herausforderungen?

    Da fällt mir direkt die Vase Zwiebelform im Stil der 50er Jahre ein, an welcher ich dieses Jahr an einem Wunschdekor für Pamono gearbeitet habe. Das Thema hat mich so sehr beschäftigt, dass ich selbst nach Feierabend darüber gegrübelt habe, wie ich das Design am besten umsetzen kann – das war schon eine große Herausforderung.
    Die Vase hat es letztendlich sogar bis ins AD Magazin geschafft. Das macht mich sehr stolz.

    Bild: Glen Glover für das WEISS Magazin No.1

    KURLAND Latte Macchiato Becher mit Namen
    Bürotasse, KURLAND, mit Monogramm
    LAB Becher No. 2H, mit Monogramm
    Diese Beiträge könnten Sie auch noch interessieren