IM KÜCHENSCHRANK VON ...

    ... Thomas Wenzel. Der Chefdesigner der KPM Berlin liebt nachhaltige Lösungen. Ohne Schnörkel, funktional und einfach schön. Ein Beitrag aus dem WEISS Magazin No. 5.

    Jeder ist seines Glückes Schmied – und Thomas Wenzel der seiner Wohnlichkeit. Vieles in seinem Zuhause wurde von ihm selbst designt und konstruiert: „Ich versuche immer, etwas bestmöglich nach meinen Vorstellungen umzusetzen.“ Schönen Materialien, die zu schade zum Wegwerfen sind, schenkt er gerne ein neues Leben. Sein Küchenschrank etwa diente früher als Laborschrank in der KPM Berlin, damals noch komplett schwarz gestrichen. Neu aufgefrischt, beherbergt das antike Stück heute Wenzels Sammlung verschiedenster KPM Teile. „Ich bin ein großer Fan von Laborporzellan. Sowohl der technische Aspekt als auch die klare, reduzierte Form haben mich schon immer fasziniert.“

    Bis 1993 stellte die KPM Berlin diese praktischen Porzellangefäße her. Wenzel begann früh, die Stücke zu sammeln, stöberte sie überall auf, auch auf dem Flohmarkt. Aus ihnen etwas mit Mehrwert zu gestalten, hat den 57-Jährigen lange beschäftigt. Entstanden ist schließlich seine LAB Kollektion.

    Der gedeckte Tisch: Gutes Design hat die Aufgabe, den täglichen Umgang damit zu erleichtern und im besten Falle unseren Alltag zu bereichern.

    Die Objekte beeindrucken durch zeitloses Design und eine außergewöhnliche Haptik. Denn bei der unteren Hälfte der Gefäßaußenseite wird auf die Porzellanglasur verzichtet, wodurch ein harmonisches Spiel der Texturen aus glattem Glasur- und mattem Biskuitporzellan entsteht. Kombiniert wird auch mit anderen Materialien wie Holz, Stahl und Glas. Neu daran war aber nicht nur der Materialmix, sondern auch die junge Zielgruppe. „Ein bisschen weg vom gedeckten Tisch, rein in die Anwendung“, das war das Ziel. Denn: „Die Küche ist zu einem zentralen Ort geworden. Dadurch haben wir Porzellangegenstände entworfen, die die Manufaktur vorher noch nicht im Portfolio hatte, wie Salz- und Pfeffermühlen oder Mörser.“

    Gewürzmühlen-Set, LAB
    Mörser & Stößel, LAB, No. 1.4

    Außerdem geht der Trend heute zur Vielfalt und die Lieblingsstücke werden bei Tisch miteinander kombiniert. Übrigens auch bei den Wenzels: „Ich verwende Teller aus der URANIA Kollektion. Sie sind schön neutral und bieten eine gute Fläche. Auch das zarte und leichte Design von URBINO macht sich gut auf dem Tisch, vor allem für Tee und Kaffee.“ Wenzels Favorit bleibt aber ein Stück aus seiner neu gestalteten Linie: „Ich liebe den hohen LAB Becher 2H. Ich möchte aus keinem anderen mehr trinken.“ Der Becher lässt sich sowohl für Wasser als auch für Longdrinks oder Cocktails nutzen. Und es ist nicht mehr wie früher, wo man nur Desserts in Dessertschalen serviert hat. „In der Familie essen wir im Grunde alles aus den kleineren LAB Servierschalen: Salat, Auflauf, Spaghetti Bolognese. Nur ein Steak, das kommt immer noch auf den Teller“, so Wenzel.

    Wohin man auch blickt, entdeckt man KPM Stücke – kunstvoll ausgestellt: zum Beispiel historische KPM Laborschalen auf einem Drehteller. Auch Hund Kuba scheint‘s zu gefallen.

    Text: Marlene Irausek
    Bilder: Franz Grünewald

    Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren