Die Berliner Teemeister

    Hier stimmt die Chemie. Die LAB Serie der KPM Berlin und das angesagte Tee-Label P & T verbinden nach ihrem Berliner Ursprung auch die Liebe zur Handwerkskunst und die Verpflichtung zu höchstem Genuss. Ein Interview mit Paper & Tea aus unserem WEISS Kundenmagazin No. 5...

    Seit 2020 kooperieren die KPM Berlin und die Pioniere für moderne Teekultur P & T (Paper & Tea). Wie das Arbeiten mit Porzellan ist auch die Fertigkeit des Teemischens ein kreativer Prozess und eine traditionsreiche Kunst.

    Worauf sollte man beim Zubereiten und Servieren von Tee achten?
    Auf fünf Dinge: Wasserqualität, Temperatur, Zeit, Teemenge und Raum zur Entfaltung. Die Wasserqualität ist wichtig und wir würden stets gefiltertes Wasser empfehlen, denn hartes Leitungswasser hat oft Rückstände, die den Geschmack beeinflussen. Wenn Sie einen Schritt weitergehen wollen, können Schwarztees und fermentierte Pu-Erh-Tees mit etwas mehr Mineralien im Wasser sehr gut umgehen. Probieren Sie einfach, den gleichen Tee mit unterschiedlichen Wassern aufzubrühen. Während manche Teesorten ihre  Geschmacksnoten sehr leicht an das Wasser abgeben, brauchen andere einen viel intensiveren Aufguss, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Deswegen geben wir unseren Kunden Temperatur- und Zeitempfehlungen für jeden Tee mit. Auch die Teemenge spielt eine große Rolle: je mehr Teeblätter, desto intensiver der Geschmack. Mehr Tee ermöglicht darüber hinaus auch mehrere, kürzere Aufgüsse und somit unterschiedlichste Geschmacksprofile über die Aufgüsse hinweg. Zu guter Letzt sollte der Tee in der Kanne ausreichend Platz haben, um zu rehydrieren und seinen vollen Geschmack zu entfalten. Geben Sie Ihrem Tee den Platz, den er verdient, und sperren Sie ihn nicht in enge Teeeier.

    Was machen viele falsch?
    Die meisten bereiten alle Tees – egal, welchen Oxidationsgrades – auf die gleiche Weise zu. Dabei braucht jede Teesorte ihre ganz individuelle Zubereitungsmethode, um ihr bestes Geschmacksprofil zu zeigen. Wenn Sie zum Beispiel delikaten Grüntee wie unseren japanischen Daikoku N°317 mit kochendem Wasser aufgießen, verbrennen Sie ihn. Schwarztee wiederum schmeckt oft zu stark und bitter, wenn er zu lange zieht.

    LAB Tee-Set (5-teilig)

    Was sollte man bei der Aufbewahrung beachten?
    Tee sollte man unbedingt von seinen fünf „Erzfeinden“ fernhalten: Sauerstoff, Feuchtigkeit, Hitze, Licht und starke Aromen. Bewahren Sie Ihren Tee in luftdichten Behältern auf, idealerweise fernab vom Gewürzschrank. Ein kleiner Geheimtipp: Unsere feinsten Grüntees, und vor allem die limitierten Ernten, bleiben bei uns stets im Kühlschrank, um ihre besondere Frische zu erhalten.

    Was wissen die Leute oft nicht über Tee?
    Umgangssprachlich bezeichnen wir vieles als „Tee“, was eigentlich gar kein Tee ist, etwa Pfefferminz-, Kamillen- oder Früchtetee. Dabei werden alle echten Tees aus einer einzigen Pflanze gewonnen, der Camellia Sinensis. Dieser simple Busch ist die komplexeste Pflanze der Welt, mit über 700 unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die je nach Produktion unterschiedlich stark zur Geltung kommen. Aus dieser einen Pflanze entstehen alle sechs Arten des echten Tees: Weiß-, Grün-, Gelb-, Oolong-, Schwarztee und fermentierter dunkler Tee. Sie unterscheiden sich lediglich in der Art der Herstellung und Trocknung. Innerhalb dieser sechs Teefamilien finden wir 3000 bis 5000 unterschiedliche Variationen des puren Tees.

    Welche Mythen über Tee halten sich hartnäckig?
    Ein Mythos ist, dass Grüntee gesünder sei als andere Tees. Tee werden allgemein viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt: Er stärkt das Immunsystem und wirkt sich nicht nur positiv auf unser Stresslevel aus, sondern senkt auch Cholesterinwerte und das Krebsrisiko. Grüntee wird als Jungbrunnen besungen, und natürlich ist er tatsächlich gesund – ganz genau wie alle anderen Tees, die ebenfalls von ein und derselben Pflanze stammen. Ein weiterer Mythos: Viele Teetrinker denken, dass Schwarztee das meiste Koffein beinhaltet – wenn sie überhaupt wissen, dass auch Tees Koffein, und nicht im Deutschen umgangssprachlich Teein, enthalten. 1827 wurde Koffein im Tee erstmals entdeckt und Teein genannt. Die bald darauf folgende Erkenntnis, dass Teein und Koffein chemisch identisch sind, führte zum Fallenlassen dieser alten Bezeichnung und eigentlich zum einheitlichen Namen Koffein. Schwarz- tee hat zwar den höchsten Oxidationsgrad, doch nicht unbedingt den höchsten Koffeingehalt. Die Faustregel ist: Je stärker ein Tee schmeckt, desto koffeinreicher ist er. Übrigens: Wenn Sie koffeinärmeren Tee suchen, wählen Sie großblättrigen Tee, der niedriger an der Pflanze wächst, wie einige Oolongs, japanischer Kukicha – wie unser Kumano N°313 – oder Houjicha – wie unser Daily Toast N°318.

    Mit welchen Sorten kann man Gäste überraschen?
    Die meisten Menschen kennen nur Schwarz- und Grüntees, daher empfehlen wir, Gäste mit der Süße delikater Weißtees, den blumigen Noten eines Oolongs oder den vielschichtigen Aromen in Pu-Erhs für ein völlig neues Teeerlebnis zu begeistern. Eine Überraschung ist ebenfalls, wie gut ein hochklassiger Kamillen- oder Hibiskusaufguss schmecken kann. Unsere Kräutermischungen sind aus so hochwertigen Kräutern und Pflanzen geschöpft, dass sie nur wenig mit herkömmlichen Kräuter- und Früchtetees aus dem Supermarkt gemein haben.

    Welche Trends im Teegenuss zeichnen sich ab?
    Einer der größten Trends über die letzten Jahre ist und bleibt Matcha. Neben seinem anspruchsvollen Geschmack und Aroma ist das ganz besondere Grünteepulver auch das Herzstück der japanischen Teezeremonie. Darüber hinaus ist Matcha voller Antioxidantien und Koffein: Beide genießen heutzutage sehr hohe Beliebtheit. Die Entdeckung dieser uralten Tradition in ihrer modernen Interpretation macht aus Matcha den neuen Espresso.

    Ein idealer Tee für Einsteiger?
    Wenn Sie noch nie einen unserer Tees probiert haben, müssen Sie Golden Earl N°514 probieren. Wir sind unglaublich stolz auf diese Perfektion eines Earl Greys. Wir wollen nicht angeben, aber die hohe Qualität unserer Zutaten macht diesen Tee einzigartig, denn wir benutzen nur feinsten chinesischen Schwarztee und italienisches Bergamottenöl: keine Zusätze, kein Parfüm, nur purer Genuss.

    Seit 2020 arbeiten die KPM Berlin und Paper & Tea zusammen: Was verbindet beide Unternehmen?
    Das zeitgenössische Design der LAB Serie ist wie geschaffen für unsere Tees. Sie ist inspiriert von der Ästhetik eines eleganten Chemielabors und im Grunde ist gute Teezubereitung nichts anderes als pure Chemie. Ein perfektes Match sozusagen. Langsam rehydriert Wasser die Teeblätter und entfesselt die Inhaltsstoffe in ihnen, bis wir die verschiedenen Pigmente, Aromen, Geschmäcker und Texturen wahrnehmen. Deswegen haben wir der LAB Serie einen hochoxidierten Oolong gewidmet, eine Ode an die Natur, welche schon von Königinnen und Königen hochgeschätzt wurde: Unser LAB OOLONG – ab Oktober bei KPM Berlin und Paper & Tea erhältlich – bekommt nur durch die Hilfe kleiner Grashüpfer seinen unvergleichlichen Geschmack. Die kleinen Jacobiasca Formosana knabbern an den Teeblättern und lösen einen chemischen Verteidigungsmechanismus innerhalb der Teepflanze aus, welcher wiederum diesem Tee seine unglaublich tiefen Aromen gibt.

    Text:
    Sandra Djajadisastra

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