Tradition und Moderne im Stil der Neuen Sachlichkeit

    „Die Welt neu entdecken“ lautet das Motto des diesjährigen Bauhaus-Jubiläums. Zu diesem Anlass lädt der gleichnamige Verbund dazu ein, die Kunstform zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Rahmen verschiedenster Veranstaltungen und Ausstellungen zu erleben. Für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin war die Bauhauszeit eine wichtige Schaffensphase, die sie freudig auf ein Jubiläumsjahr voller Höhepunkte und Neuprodukte blicken lässt.

    BAUHAUS KLASSIKER NEU AUFGELEGT

    Für die neue zu 100 Jahren Bauhaus editierte Kollektion interpretierte das Design-Team der KPM Berlin die Vasenserie HALLE neu.

    Im von den Original-Bauhaus-Tapeten inspirierten Dekor schmücken drei Größen der Vasen ein geometrisches, in seiner Form wiederkehrendes Muster in schwarzer Farbe auf weißem Porzellangrund. Die Linienführung des Dekors, welches sich von filigranen Linien zu breiteren Streifen entwickelt, ist zugleich geradlinig und einnehmend.

    Seine Entwicklung harmoniert ideal mit der konischen Form des Vasenhalses im Kontrast zum weißen, kugelförmigen Körper des Stückes. In einem aufwändigen Handruckverfahren wird das formgerechte Dekor auf die Vasen aufgebracht. Die handgedruckte Edition ist auf das Jahr 2019 limitiert.

    Vase Halle 1, Bauhaus Dekor
    Vase Halle 1, Bauhaus Dekor
    Vase Halle 2, Bauhaus Dekor
    Vase Halle 2, Bauhaus Dekor
    Vase Halle 3, Bauhaus Dekor
    Vase Halle 3, Bauhaus Dekor
    Inspiriert von den Original-Bauhaus-Tapeten

    URBINO als Jubiläums-Edition

    Das von Trude Petri entworfene Service URBINO gehört unverwechselbar in die Bauhaus-Zeit. Anlässlich des Bauhaus Jubiläums erscheinen die Herzstücke des Tee und Kaffee-Services nun im neu editierten Set: Die Frühstückstasse samt Untertasse sowie die Espressotassen und -untertassen der Form URBINO bekommen in der Jubiläums-Edition einen neuen Dekor. Angelehnt an die gestalterischen Ansprüche der Zeit ziert sie nun ein geometrisches Muster in den Bauhausgrundfarben Schwarz und Rot, welches im stilvollen Kontrast zur harmonischen, weichen Kreisform des Services steht. Es betont die Geradlinigkeit und Ästhetik der frühen Bauhausjahre und beweist ihre Anwendbarkeit auf die heutige Zeit.

    Espresso-Set, URBINO, Bauhaus Dekor208 €
    Frühstücks-Set, URBINO, Bauhaus Dekor228 €

    Bauhaus-Designer und ihre Entwürfe für die KPM Berlin

    Die Lehrenden und Schüler der Burg Giebichenstein in Halle, der wichtigsten Lehreinrichtungen der Bauhauszeit, widmeten sich für die materialgerechte, funktionale Form aller Dinge verschiedensten Materialien, auch Porzellan wurde von ihnen als Werkstoff eingesetzt. Aus der intensiven Auseinandersetzung mit diesem Material resultierte im November 1929 die Gründung der Schuleigenen Porzellanwerkstatt unter Leitung von Marguerite Friedlaender, die, zunächst am Bauhaus und seit 1925 an der Burg tätig, als erste Frau in der Position einer keramischen Werkstattleitung eingesetzt wurde. Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Franz Rudolf Wildenhain leitete sie das „künstlerische Versuchslaboratorium“, in dem sie auch für die KPM Berlin kreativ wurde.

    Hervor ging als erster Entwurf für die Berliner Porzellan-Manufaktur und, unterstützt durch die Freundschaft zum damaligen KPM-Direktor Günther von Pechmann, bereits ein Jahr später das Kaffee und Mokkaservice „Halle´sche Form“. 1931 folgten mit der Vasenserie HALLE weitere Stücke, die sich hinsichtlich ihrer Formsprache an die Produktbedingungen der Bauhausjahre hielten. Parallel dazu erschien mit dem Konfektschalensatz auch der erste Auftragsentwurf von Gerhard Marcks für die Manufaktur.

    Trude Petri

    Für den Entwurf, den die KPM Berlin 1932 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, ließ sich Petri von chinesischen Reisschalen und fahnenlosen Keramiktellern der italienischen Renaissance inspirieren. Trotz der historischen Vorbilder verrät URBINO die Einflüsse der Bauhauszeit, in der es entstand.

    Die KPM war darüber hinaus die erste künstlerisch ambitionierte Traditions-Manufaktur, die ein völlig undekoriertes Service, das wie kein anderes die Bestrebungen des Werkbundes nach „reiner Form“ repräsentierte, erfolgreich auf den Markt brachte. URBINO gilt als vorbildlich für zeitloses Porzellan-Design und ist im Museum of Modern Art in New York ausgestellt.

    Materialgerechte, handwerkliche Verarbeitung

    Die Entwürfe der Bauhauszeit folgten dem Wunsch nach funktionaler Klarheit und technischer Zweckform. Puristische Architektur, reduzierte Kunst und formgerechtes Design verbalisierten den Wunsch nach Struktur und funktionsgerechtem Minimalismus. Die Zweckmäßigkeit der Dinge wurde bei allen Entwürfen klar in den Vordergrund gestellt. Auch bei der KPM Berlin folgte die Form der Funktion, wie beispielsweise die Vase HALLE von Friedlaender beweist.

    Ohne unnötige Details machen ihr bauchiger Rumpf und kegelförmiger Hals sie zu einem hochfunktionalen Designobjekt nach Bauhaus-Ästhetik. Auch das Mokka- und Kaffeeservice HALLE´SCHE FORM sowie das HALLE TABLEAU entsprechen diesem zurückgenommenen, an geometrischen Formen orientiertem Design.

    Dejeuner, HALLE'SCHE FORM
    Mokkatasse, HALLE'SCHE FORM
    Entdecken Sie mehr Bauhaus Stories im KPM Magazin

    All Eyes on: Mies van der Rohe Haus in Berlin

    by KPM

    Im Mies van der Rohe Haus in Berlin-Alt-Hohenschönhausen – dem zuletzt vom gleichnamigen Bauhaus-Architekten entworfenen Wohnhaus – wurde bereits feierlich das Bauhaus Jubiläumsjahr eingeleitet. Als Hommage an Marguerite Friedlaender, kommt die von ihr 1929 für die KPM Berlin entworfene Bauhaus-Vase HALLE im Fenster des Schlafzimmers zu allen Ehren.

    Blick zurück nach vorn – KPM Berlin feiert 100 Jahre Bauhaus

    by KPM

    Form follows function. Das Credo des Bauhauses ist ungebrochen aktuell. Denn uns gefällt nicht nur, was schön, sondern auch was zweckmäßig ist. Puristische Gebrauchsgegenstände setzen mit ihrer reduzierten Formensprache unserem übervollen Alltag etwas Beruhigendes entgegen: Funktionalität und Klarheit. Da fiel es uns nicht schwer, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums einige unserer beliebtesten Klassiker als limitierte Bauhaus-Edition neu aufzulegen…

    Neues vom Bauhaus Jubiläum

    by KPM

    Anlässlich des zweiten offiziellen Bauhaus-Dinner wurde das Leben und Werken des Möbelgestalters Erich Dieckmann geehrt. Wir berichten für Sie vom exklusiven Abend im Kunstgewerbemuseum in Berlin.

    Trude Petri und die KPM

    by KPM

    Bildhauerin, Malerin und Designerin - die Hamburgerin Trude Petri gehört zu den bedeutendsten Gestaltern ihrer Zeit. Der Beweis für diese Erfolgsgeschichte findet sich noch heute im Museum of Modern Art in New York. Heute erfahren Sie, wie Petri und die KPM zueinander fanden.

    Wie Marguerite Friedlaender die KPM prägte

    by KPM

    Die Arbeit der BAUHAUS-Schülerin Marguerite Friedlaender katapultierte die KPM in die Gegenwart – und sorgte für eine Kehrtwende in der deutschen Porzellangeschichte.

    Bauhaus ist kein Stil

    by KPM

    Bevor Marguerite Friedlaender für die KPM Geschirr entwarf, hatte sie ihre Ausbildung am Bauhaus gemacht. Das Bauhaus war die einflussreichste Schule im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert und brachte viele prägende Gestalter hervor. Das Bauhaus-Archiv in Berlin sammelt und stellt ihre besonderen Arbeiten aus. Ein Interview mit der Direktorin Frau Dr. Annemarie Jaeggi aus dem KPM Kundenmagazin WEISS N°2.

    So war das erste Bauhaus Dinner in Halle

    by KPM

    2019 findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt. Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und bestand, inklusive Umzügen nach Dessau und Berlin, nur 14 Jahre. Dennoch wirkt die legendäre Hochschule für Gestaltung bis in die Gegenwart fort. Am vergangenen Dienstag, den 4. Dezember 2018, wurde zum Auftakt des 100-jährigen Bauhaus Jubiläums der erste Bauhaus Abend in Halle an der Saale veranstaltet. Gewidmet wurde der Abend Marguerite Friedlaender, die auch heute noch eine große Rolle für KPM Berlin spielt.